eBay-Gebühren für gewerbliche Verkäufer: So berechnest du die Provision
Gewerbliche Verkäufer zahlen auf eBay.de vor allem eine Verkaufsprovision als Prozentsatz vom Gesamtbetrag inklusive Versand sowie eine feste Gebühr pro Bestellung; dazu kommen optional Anzeigenkosten und ein Shop-Abo. Private Verkäufer zahlen seit 2023 in Deutschland in der Regel keine Verkaufsprovision. Die genauen Sätze hängen von Kategorie und Konditionen ab und ändern sich regelmäßig – deshalb erklärt dieser Ratgeber die Bausteine und rechnet mit klar gekennzeichneten Beispielsätzen.
Aktualisiert am , 6 Minuten Lesezeit
Privat vs. gewerblich: Wer zahlt was?
Seit 2023 zahlen private Verkäufer auf eBay.de für reguläre Verkäufe keine Verkaufsprovision mehr; Kosten entstehen dort im Wesentlichen nur für optionale Zusatzleistungen. Gewerbliche Verkäufer zahlen dagegen Provision pro Verkauf. Das verleitet manche dazu, Handelsware über ein Privatkonto zu verkaufen – das ist keine gute Idee: Wer gewerblich handelt, muss sich auch auf eBay als gewerblicher Verkäufer registrieren, mit Impressum, Widerrufsbelehrung und allen Verbraucherrechten. Ab 30 Verkäufen oder 2.000 € Umsatz im Jahr meldet eBay Verkäufer zudem an die Steuerbehörden (DAC7).
Wann du gewerblich bist und was das steuerlich bedeutet, erklärt der Ratgeber Reselling: Gewerbe und Steuern.
Die Gebührenbausteine für gewerbliche Verkäufer
| Baustein | Wie er berechnet wird | Pflicht? |
|---|---|---|
| Verkaufsprovision | Prozentsatz vom Gesamtbetrag inkl. Versand, je nach Kategorie unterschiedlich | ja, bei Verkauf |
| Fixgebühr pro Bestellung | fester Betrag je Bestellung | ja, bei Verkauf |
| Anzeigenkosten (Promoted Listings) | Prozentsatz bei Verkauf über die Anzeige oder Kosten pro Klick | optional |
| Shop-Abo | monatliche Grundgebühr je Shop-Stufe, teils mit Inklusiv-Angeboten und anderen Konditionen | optional |
| Angebotsgebühren | für Angebote über Freikontingent hinaus oder Zusatzoptionen | teilweise |
| Internationale Verkäufe | ggf. zusätzliche Gebühr bei Käufern aus dem Ausland | situationsabhängig |
Provision auch auf Versandkosten
Ein häufig übersehener Punkt: Die Verkaufsprovision bezieht sich auf den Gesamtbetrag, den der Käufer zahlt – also Artikelpreis plus Versandkosten (und je nach Regelung weitere Bestandteile). Wer niedrige Artikelpreise mit hohen Versandkosten kombiniert, spart deshalb keine Provision.
Staffelungen und Höchstbeträge
In vielen Kategorien gilt der Provisionssatz nur bis zu einem bestimmten Betrag; für den darüber liegenden Teil des Verkaufspreises kann ein niedrigerer Satz gelten. Bei hochpreisigen Artikeln lohnt es sich daher besonders, die aktuelle Staffel deiner Kategorie nachzuschlagen.
eBay-Gebühren berechnen: Beispielrechnung
Beispielrechnung mit 11 % + 0,35 € und optionaler Anzeige mit 3 % Anzeigensatz: Ein Artikel wird für 120,00 € plus 6,99 € Versand verkauft, der Käufer zahlt also 126,99 €.
| Position | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Gesamtbetrag | 120,00 + 6,99 | 126,99 € |
| Verkaufsprovision (Beispiel 11 %) | 126,99 × 0,11 | 13,97 € |
| Fixgebühr (Beispiel) | pro Bestellung | 0,35 € |
| Anzeigenkosten (Beispiel 3 %) | 126,99 × 0,03 | 3,81 € |
| Gebühren gesamt | 18,13 € | |
| Anteil am Gesamtbetrag | 18,13 ÷ 126,99 | ca. 14,3 % |
Ohne Anzeige wären es 14,32 € bzw. rund 11,3 %. Die Anzeige lohnt sich also nur, wenn sie den Verkauf spürbar beschleunigt oder einen höheren Preis ermöglicht.
Wie die Fixgebühr bei kleinen Preisen wirkt
Weil die Fixgebühr unabhängig vom Preis ist, belastet sie günstige Artikel prozentual stärker. Mit den Beispielsätzen 11 % + 0,35 € (Preise inkl. Versand):
| Gesamtbetrag | Provision 11 % | Fixgebühr | Gebühren gesamt | effektiver Satz |
|---|---|---|---|---|
| 20,00 € | 2,20 € | 0,35 € | 2,55 € | 12,8 % |
| 50,00 € | 5,50 € | 0,35 € | 5,85 € | 11,7 % |
| 100,00 € | 11,00 € | 0,35 € | 11,35 € | 11,4 % |
| 250,00 € | 27,50 € | 0,35 € | 27,85 € | 11,1 % |
Gebühren in der Buchhaltung
eBay stellt gewerblichen Verkäufern regelmäßig Rechnungen über die angefallenen Gebühren aus. Diese Gebühren sind für dich Betriebsausgaben und mindern deinen Gewinn. Bist du regelbesteuert, prüfe auf der Rechnung, ob und wie Umsatzsteuer ausgewiesen ist – davon hängt ab, ob du Vorsteuer ziehen kannst oder die Umsatzsteuer selbst schuldest. Lade die Rechnungen monatlich herunter und lege sie zu deinen Belegen, damit die Einnahmen-Überschuss-Rechnung am Jahresende vollständig ist.
Lohnt sich ein eBay-Shop-Abo?
Ein Shop-Abo kostet eine monatliche Grundgebühr und bietet je nach Stufe Inklusiv-Angebote, Marketing-Werkzeuge und teilweise andere Gebührenkonditionen. Ob es sich rechnet, hängt von deiner Anzahl an Angeboten und Verkäufen ab. Faustregel: Vergleiche die Abo-Kosten mit den Angebotsgebühren und Konditionen, die du ohne Abo hättest – auf Basis deiner tatsächlichen Monatszahlen, nicht der erhofften.
So senkst du deine Gebührenlast
- Kategorie korrekt wählen: Provisionssätze unterscheiden sich je Kategorie; eine falsche Kategorie kann teurer sein und schadet zudem der Auffindbarkeit.
- Anzeigen gezielt einsetzen: nur für Artikel mit genug Marge oder langsamem Abverkauf.
- Versand realistisch kalkulieren: Überhöhte Versandkosten erhöhen die Provision und schrecken Käufer ab.
- Verkäuferstandards halten: Bei schlechten Verkäuferbewertungen kann eBay zusätzliche Gebühren erheben.
- Gebührenrechnungen auswerten: Monatlich prüfen, welche Kosten pro Artikel tatsächlich angefallen sind.
Was sonst noch vom Verkaufserlös abgeht
Neben den eBay-Gebühren gibt es weitere Kosten, die du pro Verkauf einplanen solltest. Sie stehen nicht auf der Gebührenrechnung, schmälern aber genauso deinen Gewinn:
- Versandkosten inklusive Versicherung für höherpreisige Artikel
- Verpackungsmaterial sowie die Kosten für die Teilnahme an einem dualen System nach dem Verpackungsgesetz
- Retouren: Als gewerblicher Verkäufer musst du Verbrauchern ein Widerrufsrecht einräumen; Rücksendungen kosten Porto und manchmal Wert
- Umsatzsteuer, sofern du nicht Kleinunternehmer bist
- Währungsumrechnung bei Auszahlungen in Fremdwährung, falls du international verkaufst
Ein realistischer Blick: Bei vielen Artikeln landen Gebühren, Versand und Verpackung zusammen schnell bei einem spürbaren Anteil des Verkaufspreises. Deshalb sollte die Preisdifferenz zwischen Einkauf und Verkauf deutlich größer sein als die Provision allein.
eBay oder Amazon?
Auch Amazon berechnet gewerblichen Verkäufern Verkaufsgebühren als Prozentsatz vom Verkaufspreis, je nach Kategorie, dazu kommen Kontogebühren und bei Versand durch Amazon (FBA) Lager- und Versandgebühren. Welcher Kanal günstiger ist, hängt vom Produkt ab. Vergleiche deshalb immer den Nettoerlös nach allen Kosten, nicht nur den Provisionssatz.
Gebühren in die Kalkulation einbauen
Gebühren sind nur ein Teil der Rechnung. Wie du daraus den Break-even-Preis und deine Marge ableitest, zeigt der Ratgeber Reselling-Gewinn berechnen. Wenn du zwischen eBay und Amazon abwägst, findest du die Unterschiede auf der Seite Amazon-eBay-Arbitrage.
Arbitrage Radar rechnet Marktplatzgebühren und Versand automatisch in den Break-even jeder Chance ein. Du verbindest dein eigenes eBay-Konto über die offizielle eBay-Anmeldung (OAuth) und stellst Angebote mit einem Klick ein. Im Test-Dashboard siehst du ohne Anmeldung, wie das aussieht; ein Konto legst du unter Registrieren an.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die eBay-Gebühren für gewerbliche Verkäufer?
Sie bestehen aus einer kategorieabhängigen Verkaufsprovision in Prozent vom Gesamtbetrag inklusive Versand und einer Fixgebühr pro Bestellung, dazu optional Anzeigenkosten und ein Shop-Abo. Die aktuellen Sätze ändern sich regelmäßig und stehen auf der Gebührenseite von eBay.de.
Zahlen private Verkäufer bei eBay Gebühren?
Private Verkäufer zahlen auf eBay.de seit 2023 für reguläre Verkäufe keine Verkaufsprovision. Kosten können für optionale Zusatzleistungen anfallen. Wer jedoch gewerblich handelt, muss ein gewerbliches Konto nutzen.
Berechnet eBay Provision auf die Versandkosten?
Ja, bei gewerblichen Verkäufern wird die Verkaufsprovision auf den Gesamtbetrag erhoben, den der Käufer zahlt, also einschließlich Versand. Hohe Versandkosten senken die Provision deshalb nicht.
Wie berechne ich meine eBay-Gebühren?
Multipliziere den Gesamtbetrag inklusive Versand mit dem Provisionssatz deiner Kategorie und addiere die Fixgebühr pro Bestellung. Nutzt du Anzeigen, kommt der Anzeigensatz hinzu. Beispiel mit 11 % + 0,35 €: Bei 100 € Gesamtbetrag sind das 11,35 €.
Lohnt sich ein eBay-Shop für Reseller?
Das hängt von deinem Volumen ab. Vergleiche die monatliche Grundgebühr mit den Angebotsgebühren und Konditionen ohne Abo, basierend auf deinen tatsächlichen Verkaufszahlen. Für sehr wenige Angebote lohnt es sich meist nicht.
Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Gebühren und Grenzwerte können sich ändern.
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